Bedingungen des Egos und Bedingungen der Liebe
Die Liebe IST, sie fragt nicht, sie verlangt nicht, sie möchte immer sein, alles durchströmen. Sie ist der Beginn und das Ende.
Wir suchenden Menschen sind bestrebt, uns zu entwickeln, menschlich und spirituell.
Wir orientieren uns an Idealen, um die Liebe zu erreichen, in der Liebe zu sein.
Haben wir uns je selbst erlaubt, die in der Welt kursierenden Ideale zu untersuchen?
Wir stehen als Suchende im Spannungsfeld des Ideals der bedingungslosen Liebe, die wir erreichen wollen, und dem Ruf der Selbstliebe.
Gleichzeitig erleben wir in unserer Gesellschaft immer mehr eine Auflösung bisheriger Strukturen und Werte in Beziehungen.
Viel Freiheit entsteht.
Und was geschieht nun mit der Liebe?
Und wie geht es uns mit der gelebten Liebe?
Wie setzt man die Liebe um, die selbstlos sein soll?
Ist die Liebe selbstlos?
Ja, die Liebe selbst IST einfach, sie ist in sich selbst aufgehoben.
Wenn die Menschen Liebe fühlen, lassen sie die Liebe zu – die Liebe, die IST.
Und was geschieht, wenn Menschen die Liebe, die IST, in einer Beziehung leben wollen?
Dann braucht es Bedingungen, die gegeben sind, damit die Liebe, die IST, auf der menschlichen Ebene sein, bleiben und blühen kann.
Aber heißt es nicht, Liebe ist bedingungslos?
Ja, die Liebe, die IST, ist bedingungslos.
Sie besteht unabhängig von allem, sie ist Gott, sie ist größer als alles, was auf der Erde existiert. Sie ist nicht von dem Geschehen auf der Erde abhängig, damit sie existiert und damit sie sich weiterhin der Erde und den Menschen zuwendet und bereit ist, diese immer und immer wieder, in jedem Moment, mit ihrer Kraft zu durchströmen.
Sie ist der Anfang und das Ende, unabhängig von jeder Bedingung.
Denn sie ist in sich vollkommen.
Und warum verlangt bzw. bedingt diese vollkommene Liebe Bedingungen, wenn sie zu den Menschen kommt und von den Menschen gelebt werden will?
Weil der Mensch nicht nur Liebe ist, weil der Mensch noch nicht in der absoluten Liebe ist. Weil der Mensch ein Ego hat.
Was sind die Bedingungen der Liebe?
Die Bedingungen der Liebe sind ihre Qualitäten. Es sind keine auferlegten Bedingungen, sie liegen in der Natur der Liebe selbst.
Die Liebe ist nicht chaotisch, sie trägt eine klare, sich immer mehr ausdehnende, kristalline Struktur in sich.

(Quelle:https://ferma-suisse.ch/wasser-grundelement-des-lebens/)
Und was sind das für Qualitäten?
Wahrheit, Ehrlichkeit, Offenheit, Klarheit, Vertrauen, Hingabe, Verständnis, Mitgefühl, Kooperation, Respekt vor allem Leben, Integrität, wach und bewusst sein, Dankbarkeit, Vergebung, Gnade, Heilung, Ewigkeit.
Wenn der Mensch Liebe leben will, darf er die Qualitäten der Liebe in sich erinnern, entdecken und entfalten.
Dies ist die Bedingung der Liebe, damit sie auf Erden sein kann.
Die große Liebe fördert ihre Qualitäten in uns und dann zwischen den Menschen und zwischen dem Menschen und der Welt.
Es sind Bedingungen, wie ein Samen Erde, Wasser und Sonne benötigt, um auf der Erde zu wachsen und zu einer blühenden Blume zu werden.
Im Zustand der Ewigkeit, der göttlichen Liebe, blüht dieser Samen, ohne abhängig zu sein von Erde, Wasser und Sonne, um zu wachsen.
Es ist bereits alles gegeben, im Zustand der vollkommenen Liebe, auf Ewigkeit.
Der Mensch darf die Bedingungen schaffen, in denen Liebe erblühen und leben kann.
In sich selbst und dann in Beziehungen zwischen Menschen und in der Beziehung mit der ganzen Welt.
Eine missverstandene Bedingung ist der Wille, der Wunsch, die Bedürftigkeit, die aus dem Ego kommt.
“Das Ego des Menschen darf sich der Liebe bedingungslos hingeben, um die Bedingungen für die Liebe zu entwickeln.”
Wenn wir der Wahrheit der Liebe folgen, uns ihr ganz hingeben, kann Liebe gesund gelebt werden. Dann liegt alles in ihrem Schoß: die Liebe zur großen Liebe, die Selbstliebe, die Liebe zum Gegenüber und die Liebe zur Welt.
Die Liebe ist klar, wahr und ehrlich und in vollkommenem Einklang in ihrer unendlich schönen, weisen und wissenden Struktur.
Der Mensch darf sich der Liebe ganz hingeben, ihrer Wahrheit und ihren Bedingungen, ihren Qualitäten, aber er soll sich schützen und achten vor dem Ego in sich selbst und dem Ego des Gegenübers.
Liebe kann nur unter den Bedingungen der Liebe sein.
Wenn Menschen davon abweichen, fallen sie aus der Liebe, verletzen das Wesen der Liebe, verraten es, sich selbst und ihr Gegenüber.
Das Ego und die Liebe haben nichts gemeinsam.
Das Ego stört die Präsenz und Ausdehnung der Liebe.
Der Mensch ist limitiert, das Wesen der Liebe ist unendlich und frei.
Was Menschen im Zustand des Egos erleben, ist oft Selbstzerstörung, mangelnde Liebe zu sich selbst, Frustration, Obsession, Wille, Sehnsucht, Besitzansprüche, Kontrolle, Illusion, Selbstbefriedigung durch ein Objekt der Begierde.
Sicherheit und Zugehörigkeit zu erreichen, kann sich für manche Menschen bereits wohlig anfühlen, weil der Impuls für das Überleben gesichert ist.
Diese Erfahrung gehört zum Weg des Menschseins, um bewusst zu werden.
Sie ist nicht mit Beschämung zu betrachten, sondern nur mit der Klarheit und Wahrheit der Liebe, welche das befreiende Bewusstsein der Liebe herausschält.
Die Liebe ist ewig, nur der Mensch kann sein Herz nicht immer offen halten für die Liebe, weil er die Qualitäten der Liebe nicht in sich kultiviert, wie Vertrauen, Kooperation, Vergebung und Gnade.
Es ist nicht die Liebe, die stirbt, denn die Liebe, die IST, ist ewig. Sie ist größer als alles und nicht zerstörbar.
Nur das Ego des Menschen kann sich für die Liebe verschließen, weil das Ego seinen Willen nicht durchsetzen kann, seine Bedürfnisse, seine Vorstellungen, seine Haltung, seine Sicht, seinen Anspruch – sein Bedürfnis, dass ein anderer Mensch ihn von seinen Schmerzen und Themen erlöst und alles in Ordnung bringt, was nicht in Ordnung ist.
Das Ego versteht die Qualitäten der Liebe nicht.
Liebe ist die Beziehung zu dem Größten, das es gibt, und die Möglichkeit, diese große Liebe mit einem Gegenüber zu erleben oder in Beziehung mit der Welt.
Liebe will nichts, sie IST.
Und wer sich ihr hingibt, nimmt ihre Wahrheit an.
Wer den Weg der Liebe nicht annimmt, lebt auf der Ebene der Bedürfnisse, auf der Ebene des Egos.
Verletzen kann die Liebe nicht. Nur das Ego kann verletzen:
das Ego, das Angst hat; das Ego, das sich verletzen lässt, weil es Minderwert fühlt; das zu viel gibt, um gesehen und angenommen zu werden; sich erniedrigt, um bleiben zu können; passiv-aggressiv kontrolliert, anklagt – das Ego, das zu betont ist, dominiert und seinen Willen rücksichtslos durchsetzt, aktiv-aggressiv kontrolliert und nimmt, was sein Bedürfnis ist, über den anderen verfügen will.
Mit der Wahrheit der Liebe haben weder Täter- noch Opferidentität zu tun, auch keine der vielen Mischformen.
“Wer sich der großen Liebe, die IST, bedingungslos hingibt, muss sich vor nichts fürchten.
Es wird nie Schmerz entstehen, nur Ausdehnung, mehr Liebe.”
Sich bedingungslos der Liebe hinzugeben bedeutet nicht, sich bedingungslos einem anderen Menschen hinzugeben, der in der Dualität lebt und ein Ego hat.
Es bedeutet, gemeinsam den Garten der Liebe zu pflegen, damit Liebe sein kann.
Es ist das gemeinsame Streben nach Hingabe an die Wahrheit und die Qualitäten der Liebe.
Vieles, was sich wie Wahnsinn anfühlt, wie eine rasende Verliebtheit, ist eine Illusion, die dich in einen Lernprozess einlädt.
Sich mögen, gegenseitig begehren, eine Vorliebe haben, sich etwas aufwerten oder ergänzen, dient dem Überleben oder der Lustbefriedigung.
Aber ist es Liebe?
Nein, es ist nicht Liebe, es ist reines Bedürfnis.
Und viele Beziehungen sowie Anziehungen sind Lernaufgaben, die diese Menschen zusammenbringen: Muster und sich ergänzende Themen und Bedürfnisse, die sich magnetisch anziehen und, wenn sie erkannt werden, eine Chance sind, aus dem Ego auszusteigen.
Was ist das Ego?
Das Ego ist das Überlebenszentrum des Menschen. Es gibt ihm ein, was er braucht und wovor er sich fürchten und schützen „muss“, basierend auf seinen Erfahrungen und deren Interpretationen.
Das Ego ist einfach in seiner Funktion, aber sehr facettenreich in seiner Erscheinung.
Es hat keinen freien Verstand und kein freies Bewusstsein.
Es will einfach haben und überleben.
Ob es sich unterordnet oder dominiert, schlängelt, gaukelt, verführt oder trickst – es hat viele Wege.
Solange der Mensch sich im Überlebensmodus des Bewusstseins befindet, kann er nur wollen, besitzen und Angst haben.
Dadurch erzeugt das Ego starke Emotionen, starke Bedürfnisse, laute Stimmen, feurige Energien, Besessenheit und starken Willen.
„Ich will diesen Menschen haben, ich brauche diesen Menschen.“
„Ich bin in meinem Überleben abhängig vom Besitzen, der Nähe, der Energie dieses Menschen.“
„Dieser Mensch passt in meine Vorstellung und soll in einer gewissen Art sein und handeln, damit ich ihn lieben kann.“
Diese Gefühle werden romantisch dargestellt und zelebriert.
Aber ist es Liebe?
Nein. Liebe ist nährend: Geborgenheit, Ausdehnung, Sein, freies Geben und Nehmen ohne Erwartung, ohne Bestehen, ohne „Ich will dich haben“.
Liebe ist geprägt und erkennbar an der Hingabe an die Liebe selbst.
Liebe ist erkennbar an den Qualitäten der Liebe, die der Mensch in sich selbst entwickelt.
Wenn du in der Liebe bist, brauchst du keine Kontrolle, kein Besitzen, denn die Liebe gibt alles aus sich selbst.
Die Liebe ist wahr, ehrlich, erhält, stärkt, nährt und schützt.
Sie ist achtsam und will dich aufblühen sehen.
Du darfst der Klarheit, der Kraft und der Führung der Liebe vertrauen.
Du musst nichts von der Liebe verlangen – sie schenkt es dir, weil sie präsent ist.
Wenn du einen Menschen liebst, schaue hin, ob dieser Mensch das Wesen der Liebe erkannt hat, ob er nach der Qualität der Liebe in sich strebt, um der Liebe ein Haus der Freude und der Heimat auf Erden zu sein, in dem sie ihr wahres Wesen entfalten kann.
Ewigkeit, Frieden, tiefe Verbundenheit und Respekt.
Ist das nicht zu viel verlangt?
Nein. Die geistige Welt lacht – das ist es nicht.
Die Liebe ist nichts Kleines, sie ist vollkommen und göttlich.
Solange Menschen bedürfnisorientiert sind, wird ihnen diese Form von Liebe anstrengend und nicht erreichbar erscheinen.
Liebe ist keine schnelle Befriedigung.
Wenn der Mensch erkennt, was Liebe ist, wird er sich der großen Liebe hingeben und bereit werden, die Liebe auf der Welt zu leben – so, wie es die einzige Art ist, Liebe auf der Erde zu leben.
Gibt es dann noch dieses prickelnde Erlebnis, sich zu verlieben?
Nein, das ist es dann nicht mehr.
Die Eingeweide, die Verdauungssäfte, die sich auf die nächste Zufuhr von Energie vorbereiten, die sich der Mensch einverleiben möchte, sind ruhig geworden.
Es findet nicht mehr im Magen statt, nicht im Bauchhirn oder im Kopf – der Selbstbefriedigungsmaschine des Menschen –, sondern im Herzen, wo der Raum bereits vorbereitet ist für die Liebe.
Es ist mehr.
Ein Raum des Empfangens, der Hingabe an etwas, das größer ist als der Mensch selbst.
Dort ist Frieden, Stille und unendliche Glückseligkeit.
Die Seele und die Liebe sind sehr nahe.
Wer die Energie der Seele kennt, kennt die Liebe.
So wird es sein: still, wissend, ruhend, unendlich gut, atmend und frei.
Tiefe Verbundenheit.
Keine Sehnsucht, die aneinander zerrt, das Gegenüber einverleiben will.
Es wird nur erfüllt und leicht sein.
Denn die Liebe IST.
Sie wird beide Menschen nicht nur einander näherbringen, sondern beide gemeinsam der großen Liebe.
Denn was ist Liebe? Die Liebe ist Gott.
Menschen bilden Paare, um gemeinsam einen Raum der Resonanz des geteilten Erlebens zu bilden, um das Leben, Gott zu erfahren und Gott zu erinnern.
Wer nicht versteht, dass Liebe so heilig ist, wird die Liebe nicht erleben.
Gib dich nur Gott hin, dann wirst du Liebe mit den Menschen erleben.
Klingt dies sehr geistig und etwas streng?
Wer das Herz erreicht hat, wird darin Freiheit und Leichtigkeit erkennen.
Gibt es dann noch Wärme, Sinnlichkeit und Humor?
Auf jeden Fall.
Es ist das Geschenk, die Liebe in einem Körper als Mensch zu erleben.
Jeder Sinn wird neu erklingen, wenn er durchströmt ist von Wärme und unendlicher Liebe.
Alles wird tiefer, intensiver und zugleich freier.
Die physische Beziehung ist nicht mehr vom Ego gesteuert, das sich langweilt, Neues einverleiben will, dominiert, fürchtet, Grenzen aus Angst braucht, Zufuhr braucht und Dramen über sexuelle Energie auslebt.
Es ist Sinnlichkeit aus tiefer Verbundenheit und Fülle der Liebe, die ewig ist.
Sie genügt sich selbst und hat kein Ende.
Die Energie, die den Menschen durchströmt, ist dann von unendlicher Qualität.
Jede Energie klingt und wirkt anders im Körper des Menschen.
Das dürfen die Menschen auf der Erde erfahren und wählen.
Wenn Körper und Liebe eins werden, wird es ein Orchester des Himmels auf Erden sein.
Dann sind Himmel und Erde für einen Moment ganz eins.
Tiefe und absolute Entspannung aus Vertrauen, Ekstase der Glückseligkeit, die erhebt, nährt, segnet und heilt.
Selbstvergessenheit, die nur jenseits des Egos entsteht und absolute Annahme bedeutet.
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*Kursiv = Medialer Text
